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Lebe bloß nicht deinen Traum (1)

Vielleicht hast du dir gerade gedacht, dass ich mich beim Titel dieses Posts vertippt habe: „Lebe bloß nicht deinen Traum!“ Denn normalerweise hört man das ja immer genau andersrum: „Träume nicht dein Leben – lebe deinen Traum!“, das sind so die Sprüche, die seit Jahrzehnten durch verschiedene Bücher geistern und die auch viele meiner Rednerkollegen auf der Bühne noch so von sich geben. Und ich bin natürlich auch ein großer Verfechter davon, dass man sich seine Wünsche erfüllen soll im Leben. Denn nicht umsonst heißt ja meine Reihe hier: „Leben duldet keinen Aufschub“.

Aber es gibt einen ganz wichtigen Unterschied zwischen einem Traum und einem Ziel. In dem Moment nämlich, wo du dich daran machst, deinen Traum zu verwirklichen, wird er automatisch zu einem Ziel. Und jetzt kommt das Spannende daran:

Die allermeisten Menschen, die ich kenne und mit denen ich mich über dieses Thema unterhalten habe, die haben in dem Moment, wo sie ihr Ziel erreicht haben, schon wieder einen nächsten Traum. Und das ging mir persönlich nicht anders:

Es war ein Kindheitstraum von mir, einen Bootsführerschein zu machen. Und 2008 habe ich mir genau diesen Kindheitstraum erfüllt. Ich habe also erst mal geschaut, wo ich in meiner Umgebung überhaupt so einen Schein machen kann und hab mich dann dort angemeldet. Als ich dann den Bootsführerschein bestanden und die Prüfung hinter mir hatte, habe ich sofort schon wieder das Nächste im Kopf gehabt, nämlich: „Ah, jetzt will ich mir mal ein Boot irgendwo mieten und übers Meer gondeln.“

Ich hatte meinen Führerschein allerdings auf einem See hier in Bayern gemacht, auf dem Ammersee, mit gewissermaßen einer Nuss-Schale von einem Boot, mit einem 5-PS-Außenbordmotor. Das Boot, dass ich dann aber übers Internet gechartert hatte, das hatte 32,5 Fuß, und ich hatte mir überhaupt keine Vorstellung davon gemacht, wie groß oder klein das ist. Als ich dann in der Marina ankam, wo das Boot lag und die Charterfirma ihren Sitz hat, bin ich fürchterlich erschrocken, wie groß dieses Ding ist! Natürlich durfte ich das fahren mit dem Bootsführerschein, den ich gemacht hatte, aber ganz ehrlich, so wirklich zugetraut habe ich mir das nicht.

Wir sind also dann zusammen rausgefahren mit diesem Boot –meine Frau und ich, und wir hatten noch ein befreundetes Ehepaar dabei. Und es war eine wirkliche Traumwoche, wirklich ein Klasse-Urlaub, und es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich hatte mir meinen Traum erfüllt! Und was jetzt kam, war irgendwie spannend für mich, und bezieht sich auf das, was ich weiter oben schon erwähnt habe.

In der letzten Nacht, bevor wir das Boot zurückgeben mussten, lag ich in unserer Kabine, hab in den Sternenhimmel geschaut und hab mir gedacht: „Mensch, es ist wirklich schön hier in Kroatien, und es war eine ganz tolle Woche, die wir hier verbracht haben – aber mal so ein Boot in der Karibik zu chartern – das wäre ein echter Traum!“

Traum erfüllt! Und dann?

Und vielleicht merkst du schon, worauf ich hinaus will: Wenn man sich einen Traum zu seinem Ziel macht und dieses dann erreicht, dann wird man mit größter Sicherheit schon wieder irgendeinen nächsten Traum in seinem Kopf finden. Und auch wenn man sich die ganz großen Träume mal ansieht – fragt mal die Menschen, die wirklich auf irgendeine schöne Karibikinsel ausgewandert sind, was ja für viele Leute tatsächlich ein Traum ist, was ich so aus meinen Gesprächen mitbekommen habe. Die haben den ganzen Tag strahlenden Sonnenschein, die laufen nur noch irgendwie in kurzen Hosen rum und sind, wenn sie Lust darauf haben, in ein paar Minuten an einem wunderschönen Sandstrand. Das klingt schon sehr traumhaft. Wenn man aber mit diesen Menschen redet, die das realisiert und sich diesen Traum verwirklich haben, dann hört man da: „Na ja, also ich würde ja gern mal dies …“ oder „Mein großer Traum ist es, noch das und das zu tun oder zu erleben.“

Und das ist genau der Grund, warum ich diesen Post so benannt habe, wie er eben heißt: Lebe bloß nicht deinen Traum! Denn in dem Moment, wo du dir deinen Traum verwirklichst, wirst du einen neuen bekommen. Das ist immer etwas ins uns, was uns antreibt.

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